5 Fragen an die Gründerinnen von KCA-Lab

KCA-Lab
Anfang des Jahrs lancierte KCA-Lab seine erste Upcycling Kollektion.Foto: Isabel Hayn

Die eigene Community stärken und zeigen: Wir sind da! Das gelingt unter anderem der deutschen Activewear KCA-Lab gerade sehr gut. Zur Corona-Krise hat die Marke eine Bandbreite an Initiativen gestartet, darunter Workouts und Giftings für medizinisches Personal sowie Rabatte für ihre Kunden, und beweist damit, dass es die kleinen und großen Gesten sind, die jetzt Zusammengehörigkeit symbolisieren – auch, wenn das Label selbst mit den ungeahnten Herausforderungen der COVID-19 Pandemie zu kämpfen hat. Im Interview mit J’N’C erklären uns die drei Schwestern und Gründerinnen Kathrin Freier, Charlotte Tambue und Amelie Jennen-Freier, wie sie ihr Unternehmen aus der Krise manövrieren und warum sie sogar neues Feuer gefangen haben. 

Wie habt ihr euch intern bei KCA-Lab auf die COVID-19 Situation eingestellt und wie sieht die Lage nach fast zwei Monaten aus?
Es ist auf jeden Fall eine schwierige Situation für uns alle, insbesondere für kleine Brands und Start-ups, die sich schon vor der Corona-Krise vielen Herausforderungen stellen mussten. Wir bei KCA-Lab mussten daher auch Konsequenzen ziehen und überlegen, an welchen Stellen wir Einsparungen machen können, um trotz allem, wirtschaftlich zu bleiben und unsere Kunden auch weiterhin bedienen zu können. Auch nach zwei Monaten ist die Situation für uns nicht einfach, aber wir haben ein gutes Gefühl, dass sich die Situation bald bessert – wir merken, dass die Lockerungen auch wieder ein bisschen Optimismus zulassen und hoffen, dass alle sich an die Regeln halten, sodass wir keine zweite Welle an Erkrankungen erwarten müssen.

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Die drei Schwestern hinter KCA-Lab: v.l.: Kathrin Freier, Charlotte Tambue und Amlelie Jennen-Freier Foto: Presse

Ihr habt für eure Community eine Handvoll Initiativen ins Leben gerufen, darunter Social Media Workouts, aber auch Giftings für medizinisches Personal oder Rabatte für eure Kunden. Was ist eure Botschaft dahinter?
Wir sind zwar klein, aber umso größer ist unser Herz. Solidarität und Menschlichkeit sind für uns wichtige Werte, daher war es uns ein großes Anliegen, den Menschen, die sich für uns und unsere Gesundheit einsetzen, zu danken. Wir sind der Überzeugung, dass auch kleine Gesten großes Bewirken können und haben uns daher mit unserem Team zusammengesetzt und erarbeitet, mit welchen Aktivitäten wir in dieser Zeit Unterstützung zeigen können. Und umso mehr freut uns die positive Resonanz von unserer Community auf unsere verschiedenen Initiativen.

Ihr seid eine noch junge, daher auch vergleichsweise kleine Brand. Wie schafft man es als solche durch eine globale Krise?
Wir leben nach dem Leitsatz unserer Mutter: Never ever give up! Und mit diesem Leitsatz im Kopf, haben wir auch unser Unternehmen aufgebaut: Wir drei Schwestern haben uns allen Herausforderungen gestellt, die eine Unternehmensgründung mit sich zieht und kämpfen mit viel Leidenschaft und Vision für unsere Marke – gerade in dieser Krise kommt uns unser Anspruch durchzuhalten und lösungsorientiert zu denken zugute. Wir bleiben positiv und führen mit kleineren wohlüberlegten Schritten unser Unternehmen. Man muss erfinderisch werden und um die Ecke denken. Zum Glück ist Activewear nach wie vor sehr gefragt und wir haben gemerkt, dass besonders während der Quarantäne unsere Kunden nach Outfits suchen, in denen sie sich wohlfühlen, aber auch ein Home Workout machen können. Die Menschen wollen aktiv und gesund bleiben und da hilft der Sport natürlich sehr. 

KCA-Lab
Foto: Presse

Was habt ihr – überraschenderweise – aus der derzeitigen Corona-Krise gelernt oder gar schneller umsetzen können, was sonst nicht der Fall gewesen wäre?
Wir sind auf jeden Fall kreativer geworden und hinterfragen jeden Schritt doppelt, um noch effizienter zu arbeiten. Wie viele andere Firmen, sind wir jetzt auch noch digitaler aufgestellt und finden es super spannend, vorherige offline Projekte jetzt digital umzusetzen. Dazu gehört unser erster digitaler Pressday: Dafür haben wir ein Video selbstgedreht und führten die Presse persönlich durch unsere neue Herbst/Winter-Kollektion, was eine tolle Erfahrung war und viel Spaß gemacht hat. Auch Fittings haben wir virtuell durchgeführt und geplante Shoots im Ausland in unser lokales Fotostudio verlagert. Mit unserem Team sind wir in dieser Zeit noch mal mehr zusammengewachsen, da wir uns wirklich zu 100 Prozent aufeinander verlassen können müssen. Und natürlich auch unter uns Schwestern. Wir haben wieder gemerkt, wie wichtig uns unser Business ist und dass wir gewillt sind, dafür zu kämpfen. Man wächst an seinen Herausforderungen.

Aktuell ist jeder Blick in die Zukunft ein reines Ratespiel; dennoch: Was würdet ihr euch für die Zukunft wünschen – spezifisch in der Modeindustrie?
Wir drei Schwestern wünschen uns für die Zukunft mehr Achtsamkeit und Zusammenhalt untereinander. Insbesondere in schwierigen Zeiten lernt man viel Neues über sich selbst und seine Mitmenschen kennen, denn jeder geht anders mit solchen neuen Situationen um. Oder wie unser ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt gesagt hat: „In der Krise beweist sich der Charakter.“
Außerdem ist uns das Thema Nachhaltigkeit und die Wertschätzung unserer Ressourcen sehr wichtig – auch hier wünschen wir uns mehr Aufmerksamkeit: Es geht um unsere Zukunft auf dieser Welt, um ehrliche Nachhaltigkeit, die schon in unserem kleinen Mikroorganismus, in unserem Haus, beginnt. Wir müssen unsere Herangehensweise ändern – wie wir Müll trennen, unsere Wäsche waschen, wo wir einkaufen, wie wir reisen und uns fortbewegen. Wir müssen uns alle bewusst machen, dass jeder einzelne bei sich anfangen muss umzudenken und damit so viel Gutes bewegen kann.

Weitere Informationen unter kca-lab.com.