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Ausgabe 1/2010
Styleguide Berlin
Interview Stephan Schneider

Editorial

Einen Schicksalsschlag zu überwinden, ist zumeist ein langwieriger Prozess. Doch weiß jeder, der einen solchen schon einmal erlitten hat, wie viel Ungeahntes darin schlummern kann. Euphorie beispielsweise, angesichts des Zurückfindens zu alter Stärke, oder Freude am Experiment – an der Beschäftigung mit Dingen, die zuvor außerhalb des eigenen Horizonts lagen.

So erging es auch Berlin: Nach dem Bau der Mauer im Jahr 1961 und den darauf folgenden 28 Jahren im politischen Ausnahmezustand bedeutete die Wiedervereinigung für den Ost- wie für den Westteil den Beginn einer neuen Ära. Ob Gastronomie, Mode, Musik, Kunst oder Clubkultur – die Szenen explodierten förmlich. Ein wachsendes Selbstbewusstsein, viele Freiräume: Schon bald nach der Wende galt die Metropole als eine der aufregendsten der Welt.

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall durften wir mit Freude feststellen, dass das Blut in den Hauptstadtadern noch immer wild pulsiert – auch wenn es in den ehemals interessantesten Gegenden wie Mitte und dem Prenzlauer Berg inzwischen etwas gesetzter zugeht. Doch dies zu beklagen wäre wohl unangebracht. Schließlich ist ein ruhigerer Puls ja auch ein Indiz dafür, dass mehr Geld in die Stadt fließt. Außerdem scheint eine gewisse Etabliertheit der Gründerlaune keinen Abbruch zu tun. Ganz im Gegenteil: Was die Mode betrifft, scheint sie sie geradezu zu beflügeln.

Diese Ansicht teilt auch Stephan Schneider, der uns sogar ausdrücklich darum bat, ihn nicht als Antwerpener Designer, sondern vielmehr als Berliner Professor zu befragen. Wie er an der Universität der Künste versucht, seinen Studenten den Weg in die Fashionwelt zu ebnen, und welche Chancen, aber auch welche Risiken die deutsche Modehauptstadt in seinen Augen für den Nachwuchs birgt, verrät er im Gespräch mit Mahret Kupka ab Seite 76.

Apropos Nachwuchs: Was genau treibt der eigentlich momentan? Wo steckt die Avantgarde und wie ist es um die Innovationskraft der Mode bestellt? Diesen Fragen ist unsere Autorin Fredericke Winkler nachgegangen, die – übrigens ebenfalls an einer Berliner Modeschule, der Esmod, tätig – auf ihrer Suche nach dem Zeitgeist von einem weiteren Hauptstadtkind begleitet wurde: der Illustratorin Dorothea Huber.

Zweifellos innovativ sind die Architekten des Berliner Büros Graft, die aufgrund ihres internationalen Erfolgs und des daraus resultierenden Jet-Set-Lebens äußerst schwer auf einen Interviewtermin festzunageln waren. Charlotte Bay schaffte es dennoch, mit den Stadt-Gestaltern über ihre Vision von Architektur zu sprechen.

Weit geschichtsträchtigere Bauwerke als jene von Graft, nämlich die der Berliner Gropiusstadt, inspirierten den Fotografen Kai von Rabenau zu seiner Modestrecke ‚Gorod Sputniki‘, die ab Seite 124 zu sehen ist und einen Vorgeschmack auf die kühle Schlichtheit der Männermode 2010 bietet.

Bleibt für uns zu hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Heft Lust auf Berlin machen. Wir würden uns freuen, Sie dort zu treffen!

Ilona Marx, Chefredakteurin

 

Freie Mitarbeiter dieser Ausgabe

Fotografen
Rachel de Joode, Junichi Kikuchi, Michael Munique, Andy Rumball, Felicity Sagoe

Illustratoren
Dorothea Huber, Roman Klonek

Autoren
Charlotte Bay, Mahret Kupka, Eva Westhoff, Fredericke Winkler

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