City Guide Montreal

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Zwischen den Welten

Ausgabe 01/2012

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Text Ilona Marx Photos Andy Rumball Illustration Roman Klonek

Ob es wohl an den kalten Wintern liegt, dass Montreal noch nicht als Top-Destination unter den Metropolen dieser Welt gehandelt wird? Schwer zu sagen. Tatsache ist: Die über dreieinhalb Millionen Einwohner sind über ihr Dornröschendasein nicht wirklich traurig. Gibt es doch einige innerstädtische Verlockungen, die sie nicht unbedingt mit aller Welt teilen müssen.

Wie beispielsweise die fantastische Restaurantszene: Nach New York ist Montreal die Stadt Nordamerikas mit den meisten Gaststätten pro Einwohner – die, und das ist natürlich das Sahnehäubchen, einen hohen Anteil an exzellenter French Cuisine auftischen. Bekanntermaßen siedelten hier am Saint-Laurent-Strom ja einst die Franzosen. Womit wir schon beim Thema wären: dem Culture-Clash von alter und neuer Welt. Denn tatsächlich sind New York und Paris die beiden Referenz-Citys, an die man in Montreal immer wieder erinnert wird. Die Wolkenkratzer im Bankenviertel downtown, die schachbrettartig angelegten Straßenzüge, der lässige Lifestyle? Eindeutig New York. Die pittoresken Bauten aus dem 18. Jahrhundert, die Sprache, die Kirchen und die Küche? Ganz klar Paris.

Darüber hinaus spielt Montreal auch eigene Trümpfe aus – in Sachen Natur zum Beispiel: Die Stadt verfügt über eine 2.000 Hektar große grüne Lunge, und 70 Prozent der Einwohner sind ohne Auto unterwegs. 450 km Radweg wurden angelegt, 400 weitere sind in Arbeit. Das macht das Fahrrad zu einem hervorragenden Fortbewegungsmittel, zumindest während der warmen Monate: Eben noch in der Rue Saint-Paul Ouest, wo sich die schönsten Fashionstores hinter prächtigen Altbaufassaden verstecken, und ein paar Pedaltritte weiter schon in einem Hochhausviertel downtown – innerhalb von Minuten kann man zwischen den Welten switchen.

Ebenfalls gut per Rad zu erreichen: das Plateau am Fuß des Mont Royal, des namenstiftenden Stadtbergs. Hier befindet sich der legendäre Boulevard Saint-Laurent – legendär, weil er die höchste Dichte an Fashion- und Ausgehspots aufweist. Doch damit nicht genug: Auch die Seiten- und Parallelstraßen bergen eine schier unglaubliche Fülle an hübschen Mode- und Einrichtungsläden, netten kleinen Restaurants und Delis, coolen Weinbars und Bagel-Bäckereien. Toronto mag im innerkanadischen Vergleich die wirtschaftlich stärkere Stadt sein, in Sachen Lifestyle und Kultur ist Montreal jedoch nicht zu toppen: Mit 250 Theaterund Tanzkompanien, darunter bekanntlich der ‚Cirque du Soleil‘, mit 90 Festivals pro Jahr und einer buntgemischten Szene in x verschiedenen Neighbourhoods ist die Perle der Provinz Québec ein kulturelles Schwergewicht. Und kann, nicht zu vergessen, nach New York und Los Angeles die drittgrößte Fashionindustrie Nordamerikas vorweisen. Für J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx Grund genug, Montreal gemeinsam mit dem Berliner Fotografen Andy Rumball einen Besuch abzustatten.

 

PLUS CHECK THESE OUT

Fairmount Bagel (Die besten Bagels der Stadt) www.fairmountbagel.com

Denis Gagnon (Der Gaultier von Montreal – er ist sogar mit ihm befreundet!) www.denisgagnon.ca

Hotel Nelligan (Gemütliches Hotel - und nur einen Steinwurf von den besten Fashion Shops entfernt) www.hotelnelligan.com

Le Local (Industrial Chic Restaurant) resto-lelocal.com

Pikolo Espresso Bar (Winzige Coffeebar - einfach nur er Nase folgen.)

Nota Bene (Wunderschöner oldfashioned Schreibwarenladen) www.nota-bene.ca

Les Montures (Vintage Designer Brillen in einem sehr speziellen Ambiente) www.lesmontures.com

Drawn & Quaterly (Coole international Bücher und Magazine) www.drawnandquarterly.com

Phil'z (Vintage Möbel aus dem 20ten Jahrhundert)

Style Labo (Interior Design und hübscher Krimskrams) www.stylelabo-deco.com

Joe Beef (Der weite Weg lohnt sich, wenn Du einen Bärenhunger hast) www.joebeef.ca

Beaver Hall (klassische Küche, aber superlecker) beaverhall.ca

Taverne Square Dominion (Die traditionellste Taverne der Stadt - das sehen auch die Hipster so.) www.dominiontavern.com

Primitive Records (Ein Tribut an die lebendige Musikszene der Stadt.)

Le Pick-Up (Die Pommesbude am Ende der Welt - Insider Tipp!) depanneurlepickup.com

Jean Tallon Markt (Hier kaufen die Montrealer Starköche ein.)

Galerie Simon Blais (Seit über 20 Jahren ein Fixpunkt der Montrealer Kunstszene.) www.galeriesimonblais.com

Galerie René Blouin (Ein weiterer Kenner der kanadischen Kunst.) www.galeriereneblouin.com

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