City Guide Kapstadt

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African Beauty

Ausgabe 02/2010

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Text Ilona Marx  Fotos Adriaan Louw  Illustration Roman Klonek

Ein wundervoller Nationalpark, liebliche Weingüter, goldene Strände: Gibt es eine andere Stadt auf der Welt, die all das zu bieten hat? Wohl kaum. Majestätisch thront der Tafelberg über der südafrikanischen Metropole, sacht und stetig schwappen die Wolken über seinen Rand – ein einprägsamer, spektakulärer Anblick, eine perfekte Kulisse.

Das Szenario, das sich dem staunenden Kapstadt-Reisenden vor dem gut tausend Meter hohen Felsplateau darbietet, ist nicht minder imposant. Die knallfarbenen Fassaden der Häuser des Bo-Kaap-Viertels, die flanierenden Fashionistas auf der Long Street, die strahlend weißen Villen in Clifton und Camps Bay – man muss schon auf beiden Augen blind sein, um die Schönheit der Stadt nicht zu erkennen. Allerdings sind da ja auch die ausufernden armen Vororte, die Cape Flats, in denen mehr als zwei Drittel der etwa drei Millionen Kapstädter leben: In der vibrierenden Metropole am Atlantik regieren die Kontraste. Es gibt Leute, die Kapstadt als die ungerechteste Stadt der Welt bezeichnen, und wenn man die Weingüter in Constantia Valley mit den Hütten im Township Khayelitsha vergleicht, ist man geneigt, dem zuzustimmen.

Doch damit ist die ganze Geschichte noch nicht erzählt. Die Kapstädter lassen Charity und Mitgefühl nämlich keineswegs vermissen. Vielmehr legen sie nicht selten eine bewundernswerte Yes-we-can-Haltung an den Tag, dank derer schon viele kleine Wunder vollbracht werden konnten: Freiwillige pflanzen organisches Gemüse auf brachliegendem Township- Gelände an oder bauen in den armen Vororten eine Kinderkrippe für berufstätige Mütter auf. Gut 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist die Mothercity, wie Kapstadt in Südafrika genannt wird, auf dem besten Weg, eine multikulturelle Stadt zu werden, in der langsam, aber sicher so etwas wie Gemeinschaftssinn entsteht. Angesichts der politischen Vergangenheit des Landes ist klar, dass dies hart erkämpft wurde: Nahezu jeder der Einwohner hat in den letzten Jahren ein wechselvolles Schicksal durchlebt und eine dementsprechende Lebensgeschichte zu erzählen. Eine Tatsache, die der Stadt neben ihrer Naturschönheit auch noch Seelentiefe verleiht.

Dieser speziellen Mischung ist auch J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx zum wiederholten Mal erlegen. Gemeinsam mit dem südafrikanischen Fotografen Adriaan Louw machte sie sich auf, um die Stimmung in Kapstadt am Vorabend der Fußball-Weltmeisterschaft einzufangen. Erwartet werden 400.000 Besucher, die im neu erbauten Green Point Stadium mit ihrem Team mitfiebern und dann die wohl größte Party seit den ersten allgemeinen Wahlen im Jahre 1994 auf Kapstadts Straßen feiern wollen. Die sollte man auf gar keinen Fall verpassen, dabei aber auch nicht vergessen, dass der wahre Geist der Stadt sich eher in den stilleren Momenten offenbart: beim Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Lion’s Head beispielsweise oder bei einem Obst- und Wein-Picknick in Kirstenboschs Botanischem Garten. Ob traditionsreiches Weingut, luxuriöses Strandapartment oder Township-Pension – wir haben die spannendsten Kapstadt-Locations für Sie ausfindig gemacht.

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