City Guide Los Angeles

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Los Angeles

Ausgabe 03/2014

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Promiauflauf und Blitzlichtgewitter. Ewige Sonne und Bling-Bling-Fashion. Körperfetischismus und Lamborghinis. Kaum eine Stadt, die klischeebehafteter wäre als Los Angeles. Und tatsächlich werden die Vorurteile immer wieder bestätigt. Mitunter erscheint die poshe Ausstrahlung der L.A.-Locals unsympathisch verspannt. Jedoch entdeckt man bei genauem Hinsehen oft ein relativierendes Augenzwinkern. Denn selbst wenn der kalifornische Lifestyle bisweilen in Glamourkitsch zu ertrinken droht: So wahnsinnig ernst nimmt sich hier keiner – abgesehen von den Verkehrspolizisten vielleicht.

Im Gegenteil. Los Angeles hat sogar ein zweites Gesicht, welches dem verbreiteten Bild geradezu diametral entgegengesetzt ist. Als wollte die Metropole mit ihren fast vier Millionen Einwohnern der Welt beweisen, dass sie nicht nur die Rolle des oberflächlichen Glamourgirls beherrscht, sondern ebenso viel Potenzial als Dorfschönheit hat. Bauernmärkte, Handwerksläden, Vorgartenidylle, Hippies, Nachbarschaftstratsch: Auch das ist Los Angeles. Und wahrscheinlich – glaubt man den Hipstern, deren angesagteste Treffpunkte sich an scheinbar unbedeutenden Kreuzungen im Irgendwo-Nirgendwo befinden – ist jenes L.A sogar das L.A. der Zukunft.

Beispielhaft für diese Entwicklung ist die Silver Lake Junction, an der sich nach Meilen des parallelen Verlaufs der legendäre Sunset Strip und der Santa Monica Boulevard kreuzen. Ein cooles Café, ein hübsches Bistro-Restaurant, ein toller Fashionstore, ein legendärer Barausstatter und eine ökologische Saftbar – es sind kaum eine Handvoll Etablissements, die hier das bunte Volk in Scharen anlocken. Schon hundert Schritte weiter, egal in welche Himmelsrichtung, schlummern Wohngebiete in der Sonne. Und so verhält es sich auch an den anderen Hot Spots der knapp 1.300 Quadratkilometer großen Stadt, in Los Feliz, Echo Park, Downtown und dem Arts District. Überall zeigt sich das erfrischende Bild von Überschaubarkeit und gemütlicher Kleinstadtcommunity und vermittelt das Gefühl, dass sich alle kennen. Wer hätte das gedacht?

Modisch gesehen spielt die Denim-Industrie in L.A natürlich die Hauptrolle: 7 for all Mankind, Guess, Hudson, Citizens of Humanity, Adriano Goldschmied – sie alle haben hier ihre Wurzeln. Nicht ohne Grund: Man kleidet sich gerne casual. Jeans und Flip-Flops – sicher prägt vor allem die kalifornische Sonne die Grundausstattung der hiesigen Garderobe. Selbst modischere lokale Labels verzichten weitgehend auf eine Winterkollektion. Dabei lautet das Gebot der Stunde: ‚Made in the US‘. Auch die Nähe zu Mexiko und seinen traditionell geprägten, sehr begabten Handwerkern macht es südkalifornischen Brands leicht, aufwändig gearbeitete Produkte in toller Handmade-Optik zu fertigen. In Zeiten des DIY-Looks ist das ein klarer Heimvorteil.

Der Gegensatz zwischen dem glamourösen L.A. der Klatsch-Magazine und den gemütlichen Neighbourhoods der Do-it-yourself-Bewegung ist allerdings nur eine von unzähligen Facetten dieser Megacity. Alle aufzuspüren, dazu hätten J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx und der Fotograf Rainer Rudolf ihren Aufenthalt wohl um unbestimmte Zeit verlängern müssen. Was ihr Guide Ihnen bietet? Den optimalen Einstieg für eine persönliche Vor-Ort-Recherche!

 

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