City Guide Barcelona

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Das Gold der Katalanen

Ausgabe 02/2013

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Text Ilona Marx Photos Adriaan Louw Illustration Roman Klonek

Olympisches Gold auf Lebenszeit. Wohl kaum ein Ort der Welt hat so sehr von Olympia profitiert wie Barcelona, das die Spiele 1992 ausrichten durfte. War Barcelona zuvor vor allem als große, etwas schmuddelige Hafenstadt bekannt gewesen, erwachte es nun aus seinem Dornröschenschlaf, putzte sich heraus, säuberte seine Strände, legte eine Promenade an, versah sie mit spektakulärer internationaler Architektur – und präsentierte der Welt pünktlich zum Einzug des olympischen Feuers das Antlitz einer strahlenden Mittelmeermetropole.

In der Konsequenz gab es in den Folgejahren weltweit keinen hipperen Ort, um ein langes Wochenende zu verbringen. Doch wie jeder Hype, so hatte auch dieser seine Schattenseiten – Touristenströme, Taschendiebstahl, Taxinot. Eine Dekade später, der Jahrtausendwechsel war gefeiert, wäre Barcelona fast seiner eigenen Beliebtheit zum Opfer gefallen, hätten die findigen und fleißigen Katalanen nicht einmal mehr ein großes Maß an Eigensinn bewiesen. Wohl wissend, dass der Mainstream-Tourismus zwar zunächst sehr lukrativ ist, auf Dauer aber die Anziehungskraft schmälert, setzte man weiterhin auf Individualreisende. Barna, wie die Locals sagen, blieb cool – und dem treu, was die distinguierte Klientel an der Hafenstadt so sehr schätzt: Hotels, Restaurants, Galerien, Shops und Bars nämlich, die alles Mögliche sind, nur nicht von der Stange. Dass zeitgenössische Architekturgrößen wie Richard Meier, Santiago Calatrava,Frank Gehry, Jean Nouvel und Sir Norman Foster vorbeischauten, um Barcelona zusätzlich ihren Stempel aufzudrücken, hätte sicher auch jene Baukünstler begeistert, deren Handschrift das Stadtbild schon ein paar Jährchen länger prägt: Antoni Gaudí und Mies van der Rohe zum Beispiel.

Inspiriert durch die Bread & Butter, die Barcelona in den Jahren 2005 bis 2009 beherbergte, drehte auch die Modeszene gehörig auf. Legendär die Energie, die die Stadt halbjährlich zu den Messen erfasste. Nirgends waren die Partys exzessiver, die Leute kreativer gekleidet, die Modenschau-Locations spektakulärer – das Ganze stets befeuert durch die warme spanische Sonne, die Barcelona selbst im Januar Temperaturen um die 18 Grad bescheren kann. Und mit der Brandery, einer jungen Messe, und dem Schauenevent 080 BCN, der sich zu einer lokalen Fashion Week entwickelt hat, schöpfen die Katalanen weiterhin selbstbewusst ihr Modepotenzial aus.

Zwei Dutzend Besuche hat J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx der 1,6-Millionen-Einwohner-Metropole mittlerweile abgestattet – und kam sich doch einmal mehr vor wie an einem überreich gedeckten Buffet. Angesichts der unüberschaubar vielen spannenden Locations blieb sie von der Qual der Wahl nicht verschont. Genauso wenig ihr Begleiter, der Kapstädter Fotograf Adriaan Louw. Kaum bog man zu einer neuen Tageszeit in eine der winzigen Gassen im Barrio Born, Gótico oder Raval ein, hatte diese schon wieder ihr Gesicht verändert. Während der Siesta schläft die Stadt mit heruntergerollten Toren. Dann plötzlich öffnet sie ihre Lider, und es scheint, als wollten die zuvor im Verborgenen liegenden Shops, Galerien und Bars einem zuzwinkern. Wir haben zurückgezwinkert. Hier die zwanzig inspirierendsten Places to be in Wort und Bild.

 

PLUS CHECK THESE OUT

Barcelona Reykjavik Der hippe Hippiebäcker – Vollkornbrot in allen Varianten! www.barcelonareykjavik.com

Passadís del Pep Ein Geheimtipp für tradi­tionelle katalanische Küche – gut versteckt in ­einem dunklen Hauseingang. www.passadis.com

Kensington Traumschöne Designerklassiker – und ausnahmsweise nicht überteuert. www.177kensington.com

Casa Mariol Hier schenkt man einen selbst­gemachten Wermut aus. Treffpunkt für Weinkenner abseits der Touripfade.www.casamariol.com

Sofia Gidlööf Ein Stück Schweden im Born. Skandinavisches Möbeldesign der 60er und 70er. www.gidloof.com

E & A Gispert Kurios und köstlich. Im Ofen, der sich seit über 150 Jahren hier befindet, werden immer noch Nüsse geröstet. www.casagispert.com

Number Shoes Eine kleine Nummer zwar, aber groß in puncto guter Geschmack. www.numberbcn.com

Mutt Gutes Sortiment an Kunstbüchern: Fotografie, Design, Illustration, Architektur. www.mutt.es

Hofmann Köstliche Patisserie und hausgemachte Schokoladen. www.hofmann-bcn.com

Casa Leopold Traditionsreiches Restaurant im Arbeiterviertel Raval. www.casaleopoldo.com

Le Swing Edel-Secondhand. Große Auswahl an französischem Design der 70er Jahre. www.leswingvintage.com

Teresa Carles Vegetarisch essen in Spanien? Es geht! www.teresacarles.com

El Pla Ein Kleinod im Gótico. Augen- und Gaumenschmaus. www.elpla.cat

The Outpost Strictly men! Wahrscheinlich der schönste Herrenladen der Stadt. www.theoutpostbcn.com

Paris Vintage Versteckt in einem Apartment im Eixample: Edles aus vergangenen Zeiten. www.parisvintage.net

Cuines Santa Caterina Im Restaurant der umgebauten Markthalle kann man eine kulinarische Weltreise machen. www.cuinessantacaterina.com

 

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